Asien hautnah – Stippvisite in Vietnam

Im September durfte ich für Sie Nord- und Zentralvietnam auf einer 6-tägigen Rundreise mit Diamir Erlebnisreisen erkunden.

In einer Kleingruppe machten wir uns auf den Weg von Frankfurt nach Hanoi mit Vietnam Airlines. Nach 11 Stunden Flug landeten wir am frühen Morgen in der Hauptstadt Vietnams mit ca. 9 Millionen Einwohnern. Mindestens 7 Millionen davon fahren Roller oder Moped (das gehört in der Stadt dazu wie der obligatorische Wasserbüffel auf dem Land) und teilen sich die Straßen mit einer ebenfalls großen Menge Autos. Da muss man als Fußgänger ein bisschen draufgängerisch sein und einfach loslaufen, denn um Verkehrsregeln schert sich gefühlt niemand.

 

Nach dieser Erfahrung stärkten wir uns erst einmal mit einem typischen Hanoier Frühstück, bestehend aus Reispfannkuchen mit vegetarischer oder fleischhaltiger Füllung, welches man in zahlreichen kleinen Garküchen am Straßenrand in der Altstadt bekommen kann. Ebenfalls eine Hanoier Spezialität ist der Eierkaffee, ein stark gebrühter schwarzer Kaffee, der mit einer Haube aus aufgeschlagenem Ei mit Zucker und Rum serviert wird. Das klingt erst einmal merkwürdig, ist aber tatsächlich sehr lecker.

Überhaupt sollte man nach den Besichtigungen der klassischen Sehenswürdigkeiten wie dem „Ho Chi Minh Mausoleum“, der „Ein Säulen Pagode“ oder des „Literaturtempels“ unbedingt durch die verwinkelten Gassen der Altstadt schlendern und die Geräusche und Gerüche auf sich wirken lassen.

Abends lohnt sich ein Besuch an einem der vielen städtischen Seen wie dem „Hoa Kiem See“ mit seiner roten Brücke und dem Tempel, alles schön beleuchtet. Überhaupt sind die Vietnamesen sehr ausgehfreudig. Bis in die Nacht tummelt sich die mehrheitlich junge Bevölkerung in den vielen Cafes und Restaurants der Stadt.

 

Unser nächstes Highlight folgte bereits am nächsten Tag. Eine ca. 4-stündige Fahrt brachte uns an die Halongbucht. Tausende Kalksteinfelsen und -formationen ragen auf einer Fläche von 1500km² aus dem smaragdgrünen Wasser. Seit 1994 ist die Region UNESCO-Weltnaturerbe. Zahlreiche Schiffe von Mittelklasse bis Luxuskategorie befahren mittlerweile als Tagesausflug oder mit 1-2 Übernachtungen die szenenreiche Landschaft.

Mit dem Premiumschiff „AuCo“ verließen wir bei – zugegeben unüblichem – strahlend blauen Himmel den Hafen, um den Nachmittag zwischen den Felsen hindurchzugleiten. An Bord kann man verschiedene Aktivitäten wie Kajak fahren, schwimmen an einem kleinen Strand, den Besuch eines schwimmenden Fischerdorfes mitmachen oder einfach auf dem Sonnendeck die Szenerie genießen. Geankert wurde an einer ruhigen Stelle zwischen den Felsen, von wo aus man den Sonnenuntergang genießen konnte.

Ich empfehle auf jeden Fall mindestens 1 Nacht in der Bucht an Bord zu verbringen, denn die absolute Stille und die Szenerie am Abend sind das auf jeden Fall wert.

Für uns ging es am nächsten Tag (leider) bereits weiter, standen doch noch einige Highlights auf unserem Programm.

Eine weitere mehrstündige Busfahrt brachte uns in die Region Ninh Binh an den Fluss Tam Coc. Er ist einer von mehreren stillen Wasserwegen durch eine nicht minder spektakuläre Karstlandschaft aus Kalksteinfelsen wie die Halong Bucht, was der Region den Namen „trockene Halongbucht“ eingebracht hat. Standardmäßig „erfährt“ man die Landschaft sehr entspannt zu zweit in einem kleinen Ruderboot, das von einem Fahrer mit den Füßen gerudert wird. Bei uns herrschte leichtes Hochwasser, weshalb einige auf dem Weg liegende Höhlen nicht durchfahren werden konnten. Am Ufer reihen sich kleine Restaurants und Cafés bevor es durch die Reisfelder und Felslandschaft geht.

Nach einer Übernachtung in Tam Coc hieß das Etappenziel des nächsten Tages Nam Dinh – eine noch recht ursprüngliche Region, die touristisch erst noch richtig erschlossen wird. Hier liegt die Wiege der nordvietnamesischen Kultur. In einem kleinen Dorf besuchten wir einen Meister der Wasserpuppenherstellung und konnten auch einer kurzen Vorführung beiwohnen. Das Wasserpuppentheater ist eine jahrhundertealte Tradition, bei der die liebevoll aus Holz geschnitzten und bemalten Puppen im Wasser tanzen, während sie von den Puppenspielern unsichtbar bewegt werden. Wir besuchten noch ein Künstlerdorf, welches wir mit dem Fahrrad erkundeten und Einblicke in verschiedene Handwerkskünste erhielten. Wir lernten bei einer Köchin, wie die hier verwurzelte Pho-Suppe hergestellt wird und durften natürlich auch probieren. Im Anschluss ging es zurück nach Hanoi zum Flughafen wo nach 3,5 Stunden Fahrt unser Inlandsflug nach Hue startete.

Die ehemalige Hauptstadt Vietnams bietet viele Sehenswürdigkeiten. Beliebt bei Touristen sind die Fahrradrikschas, die sich auf den Straßen zwischen den Autos und Motorrollern behaupten müssen. Eine wilde Sache. Eine Hauptattraktion ist die Zitadelle, die frühere Residenz der Kaiser. Sie wurde nach dem Vorbild der Verbotenen Stadt in Peking angelegt und ist heute ein UNESCO-Welterbe. Am Nachmittag erkundeten wir noch den Komplex des Minh Mang Mausoleums, welches aus über 40 Gebäuden besteht, die symmetrisch auf einer Achse um das eigentliche Kaisergrab verlaufen. Erholung findet man bei einem kurzweiligen Besuch eines der typischen Gartenhäuser der Stadt. Diese – meist im Privatbesitz befindlichen – Gebäude sind üblicherweise von liebevoll angelegten Gärten umgeben und nach dem Feng-Shui Prinzip konzipiert. Hier kann man friedlich seinen Tee genießen. Der Abend galt der Erkundung der Altstadt Hues – was leider aufgrund plötzlich auftretender heftiger Regenfälle buchstäblich ins Wasser fiel. Beschweren möchte ich mich darüber nicht, hatten wir doch in den Tagen zuvor trotz Regenzeit wunderbares Wetter.

Die letzte Etappe unserer Reise führte uns nach Hoi An, südlich der Stadt Da Nang gelegen. Eine Möglichkeit den Ort zu erreichen, ist über den Hai Van Pass – besser bekannt als der Wolkenpass. Wie sein Name schon sagt, führt er durch die Berge mit Ausblicken auf Dschungel, Meer und Wolken. Am späten Vormittag stand erneut eine Radtour auf dem Programm, die uns durch Reisfelder und ein kleines Dorf führte, welches für seinen ökologischen Anbau bekannt ist, bei dem die Bewirtschaftung noch komplett von Hand erfolgt. Das Ergebnis durften wir in Form eines Mittagessens genießen.

Hoi An selbst wird auch die Stadt der Lampions genannt. Diese sind in der Altstadt und am Fluss allgegenwärtig. Besonders die Altstadt mit ihren japanischen, chinesischen und natürlich vietnamesischen Wurzeln ist sehenswert. Hier herrscht geschäftiges Treiben. Ausklingen ließen wir unseren letzten Abend beim Essen mit Blick auf den beleuchteten Fluss und die Brücke. Ein wunderschöner, erlebnisreicher Einblick in die Kultur und Landschaften des Landes lag hinter uns.

Am nächsten Abend ging es leider schon zurück nach Deutschland. Ein paar Tage zum Ausklingen am Meer hätten mir auch gut gefallen, empfehlen würde ich das auf jeden Fall nach einer Rundreise. Beim nächsten Mal vielleicht, denn jetzt durfte ich erst mal wieder an meinen Schreibtisch, um zu berichten, beraten und natürlich zu buchen.
Also wann darf ich für Sie einen Termin eintragen? Sie wissen ja wo Sie mich finden (meistens jedenfalls 😊).

Vietnam - Ulrike Buhmann
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