Absolutes Kaiserwetter, kein Stau und kein Flughafen – wir haben für sie eine charmante alternative Art zu reisen ausprobiert.
Sabrina Kipping und Alexa Leister haben sich gemeinsam in der Deutschen Bahn in Richtung Schweiz gemacht.
Der erste Halt war Chur, die älteste Stadt der Schweiz, welche auch die Hauptstadt Graubündens ist. Eine gemütliche Altstadt mit viel Flair, zahlreichen Geschäften, Restaurants, stilvollen alten Gebäuden mit Fresken und Wandgemälden, lässt beim Bummeln die Zeit wie im Flug vergehen.
Wir versuchen uns in einer Partie Urban Golf. Als Rundgang angelegt, führt uns eine passende Stadtkarte zu den Sehenswürdigkeiten und Spielstätten. Mal eine wilde Variante des Klassikers Minigolf. Im Anschluss entspannen wir im blumengesäumten Fontana Park. Dort werden wir zufällig zu lauschenden Besuchern eines Alphornworkshops und lassen uns von den Klängen und dem Bergblick verzaubern.
Eine gute Einstimmung auf den nächsten Tag!
Schon früh geht es los, wieder Richtung Bahnhof, nun um in den berühmten Bernina Express zu steigen. Kaum eine Wolke ist am Himmel. Eitel Sonnenschein begleitet uns immer weiter in die Bergwelt hinein. Immer höher und immer schöner werden die Ausblicke, die wir durch die großen Panoramafenster genießen können. Schnell lernen wir, dass auch geschickte Fotografen hier Schwierigkeiten haben, die Spiegelungen nicht mit auf dem Bild festzuhalten, und geben uns – fast – ganz dem bloßen Genießen der Landschaft hin. Hier und da ist ein kurzer Halt, neue Gäste steigen ein, andere verlassen uns. Nur ohne Sitzplatzreservierung, die schon Monate im Voraus gemacht werden sollte, hat man hier keine Chance mitzufahren.
Auf rund 2200 m Höhe über N.N. ist ein etwas längerer Halt auf der Alp Grüm, wo wir Gelegenheit haben, die schöne Landschaft ganz ohne Fenster zu betrachten. Viele schöne Aussichtspunkte sind hier beliebte Fotomotive und so vergeht dieser kurze Stopp auch fast zu schnell. Weiter geht es und die Landschaft verändert sich langsam ins Mediterrane, bis wir in Tirano Fuß auf italienischen Boden setzen und die Bahnschienen hinter uns lassen. Die Zeit bis zur Weiterfahrt mit dem Bernina-Express-Bus nach Lugano versüßen wir uns klassisch mit einem Aperol Spritz auf einer Piazza.
Im Bus fahren wir entlang der pittoresken, aber auch vollen und autoreichen Uferregion des Comer Sees, bis wir Lugano erreichen.
Ebenfalls wunderschön finden sich hier Hotels und Geschäfte entlang des Seeufers des imposanten Städtchens. Zeit zum Erkunden bleibt uns heute kaum, denn es ist schon spät und für uns ist heute das Abendessen auf dem Monte San Salvatore reserviert. Mit der Standseilbahn erklimmen wir den „Zuckerhut der Schweiz“ und sind gleich gefangen von dem wundervollen Ausblick, der bei schönem Wetter bis Mailand geht. Der noch schönere Sonnenuntergang rundet diesen Abend wirklich perfekt ab.
Nicht ganz so hoch hinaus geht es am nächsten Tag für uns, auf einem Teilstück des Olivenwegs zur Ortschaft Gandria. Der schöne Panoramawanderweg führt uns vorbei an Kakteen, Palmen, Eukalyptusbäumen und natürlich Olivenbäumen, sowie zahlreichen weiteren Pflanzen und Bäumen, die man nicht sofort in dieser Region vermutet hätte.
Zu unserer Reisezeit ist das Küstendorf Gandria noch verschlafen und wir treffen wenige Menschen. Wir können nur ahnen, wie lebendig die Plätze des Ortes sind und wie voll die Gassen, wenn hier im Sommer die Besitzer der Ferienhäuser Schatten und Abkühlung suchen. Gemütlich gönnen wir uns am Fährableger ein Eis, bevor uns das Boot zurück nach Lugano Stadt bringt. Auf der Fahrt halten wir auch an den für die Region berühmten, „Grottos“. Früher zum Lagern von Lebensmitteln genutzt, dienen die Felshöhlen heute, ebenfalls sinnvoll, als beliebte Ausflugslokale.
Auf dem Weg zu unserem Hotel schlendern wir durch die Altstadt und gewinnen einen kleinen Einblick in das mediterrane Flair der Stadt am See. Auf diesen blicken wir beim Abendessen im Weingut ebenfalls, nicht ohne vorher ein wenig Wein und lokale Wurst und Käsesorten zu verköstigen. Der Monte San Salvatore blickt heute auf uns herab, an seinem Fuß sehen wir die Weinberge. Gut gestärkt dürfen wir den Abend im Beachclub Al Lido, direkt am Ufer, ausklingen lassen.
Ein neuer Tag – ein neuer Panoramazug! Nach dem Frühstück starten wir in Lugano mit dem Gotthard Express in Richtung Flüelen. Auch in dieser Bahn haben wir große Panoramafenster und genießen den Ausblick. Die Landschaft ist deutlich anders als im Bernina Express – aber nicht weniger imposant! Ein kleines Highlight ist, neben den Kehrtunneln, natürlich die Durchfahrt durch den berühmten Gotthard-Tunnel. Die Zugbegleiter geben ihr Bestes, um die Ingenieurleistung und Arbeitskraft für uns greifbar zu machen, die für den Bau dieser Zugstrecke nötig war. Spektakulär!
In Flüelen steigen wir um aufs Schiff, das uns auf die gemütlichste Art und Weise über den Vierwaldstätter Waldsee nach Luzern bringt. Wir genießen den Fahrtwind und die Sonne, die uns bis zum Ende treu begleitet hat. Auch hier an Bord sind die Landschaften, die an uns vorbeiziehen, einfach traumhaft.
Definitiv ist nicht nur wegen des außergewöhnlichen Bahnerlebnisses die Schweiz einen Besuch wert!

































